GRUNDAUSSTATTUNG ZUM NÄHEN

GRUNDAUSSTATTUNG ZUM NÄHEN

Zum Kauf einer eigenen Nähmaschine empfehle ich euch eine ausführliche Beratung in einem Fachgeschaft. Hier könnt ihr verschiedene Modelle ausprobieren und vergleichen, mit welcher Maschine ihr euch am wohlsten fühlt. Während für Anfängerinnen die wichtigsten Basics-Einstellungen genügen, setzten Näherfahrende gerne auf technische Extras, die ihnen das Arbeiten erleichtern.

Die Anschaffung einer Nähmaschine muss aber nicht notwendigerweise an erster Stelle stehen. Vielleicht kennt ihr jemanden in eurer Familie oder im Bekanntenkreis, der euch seine Maschine ausleihen kann. Falls nicht, gibt es in größeren Städten häufig so genannte „Nähcafes“. Hier besteht die Möglichkeit an qualitativ hochwertigen Maschinen zu arbeiten, wobei euch die Inhaber oftmals helfend zur Seite stehen.

Was ihr euch aber auf jeden Fall zulegen solltet, sind folgende Werkzeuge und Materialien.

SCHERE

Gute Scheren sind beim Nähen unerlässlisch. Zum Zuschneiden des Stoffes braucht ihr eine spezielle Stoffschere, deren untere Kante auch während des Schneidens auf der Arbeitsfläche flach aufliegt, so dass der Stoff nicht angehoben wird. Bei der klassischen Schneiderschere aus Stahl kann der Klingendruck mit einer Justierschraube dem Stoff angepasst werden. Bei den Größen 7-10 ist das ideale Mittelmaß 10.

Es ist wichtig, diese Schere ausschließlich für Stoff zu verwenden, und nicht zum Schneiden von Papier oder Karton zu verwenden, sonst könnte die Schere abstumpfen und beim nächsten Stoffzuschnitt Fäden zieht. Ihr solltet zusätzlich eine kleine und spitze Schere bereit liegen haben für die ganzen anfallenden Schneidearbeiten. Eine Stickschere mit scharfen Blättern ist ideal zum Fäden durchschneiden. Zum Ausschneiden der Schnittmuster reicht eine einfache Papierschere aus. Mir hat geholfen, die verschiedenen Schere farblich zu markieren.

Eine Zackenschere eignet sich besonders für feste Stoffe, die nur wenig fransen und durch das Abschneiden in Zickzackform versäubert werden können. Ein Versäubern mit dem Zickzackstich der Nähmaschine ist dann nicht mehr nötig.

NAHTTRENNER

Scheren und Nahttrenner

Ohne meinen kleinen roten Nahttrenner / Pfeiltrenner geht wirklich gar nichts. Ob zum Einschneiden von Knöpflöchern, oder wenn ich mich doch mal wieder „vernäht“ habe und die Nähte auftrennen muss – er ist stets an meiner Seite. Der untere Haken hebt die Fäden an, während die Kugelspitze verhindert, dass der Stoff eingeritzt wird.

NÄHMASCHINENNADELN

Als Anfänger sind mir die so stabil aussehenden Nähmaschinennadeln des Öfteren abgebrochen. Gerade wenn man noch nicht so geübt ist die richtige Nadel für den entsprechenden Stoff auszuwählen. Es empfiehlt sich also, ein kleines Sortiment an unterschiedlichen Nadeln vorrätig zu haben. Bei der Wahl von Nadel und Stoff sollte man sich genau an die Empfehlungen halten.

Nähmaschinennadeln gibt es vielen Größen und Ausführungen. Um ein gutes Nähergebnis zu erzielen, ist es entscheidend eine Nadel mit der richtigen Stärke und Spitze für den gewählten Stoff und Faden auszuwählen. Die Nadeln sollten regelmäßig ausgetauscht werden, da sie abstumpfen und dadurch zu Stoffschäden und Fadenriss führen können. Die Nähmaschinennadel sollte ganz oben in der Nadelhalterung stecken und mit der flachen Seite nach hinten zeigen.

Für alle gewebten Stoffe in den Stärken 60 bis 100 wird eine normale Spitze verwendet. Je feiner der Stoff, umso feiner die Nadel. Universalnadeln sind für allgemeine Näharbeiten mit vielen verschiedenen Stoffarten geeignet. Die Topstichnadel ist mit ihrem großen Öhr und einer Rille spezialisiert auf Steppnähte und Arbeiten mit kräftigeren Näh- und Ziergarn. Mit ihrer leicht abgerundete Spitze und ein etwas größeres Öhr ist die Sticknadel gedacht für Metallfäden oder anderes Spezialgarn. Zur Verarbeitung von Jersey, Strick- und Stretchstoffe benötigt ihr eine abgerundete Spitze. Die Stretchnadel verhindert durch ihre spezielle Form Fehlstiche in elastischen Stoffen. Eine geschliffene Dreikantspitze für Leder und eine besonders spitze, stabile scharfe Spitze, die dicht gewebten Jeansstoff durchdringt, ohne zu verbiegen.
Zudem gibt es Zwillingsnadeln (zwei in einem gemeinsamen Kolben steckende Nadeln) mit normaler und mit abgerundeter Spitze. Zwillingsnadeln werden in erster Linie eingesetzt für dekoratives Nähen, Biesen und Steppnähte.

  • Universalnadel
  • Topstichnadel
  • Stretchnadel
  • Sticknadel
  • Jeansnadel
  • Zwillingsnadel

Nähgarn und Nähmaschinennadeln

NÄHGARN

Die wichtigsten Farben wie Schwarz und Weiß sollten immer vorrätig sein – ruhig in größeren Garnrollen. Neben dem üblichen Nähgarnen aus Baumwolle, reiner Seide und Synthetik / Polyester (die als sogenannte „Allesnäher“ gelten), gibt es noch das dicke Knopflochgarn für handgenähte Knopflöcher, das sehr dünne, feine Maschinenstick- und -stopfgarn für Ziersteppereien, sowie das Heftgarn zum Heften und „Durchschlagen“.

Allzu günstiges Nähgarn kann die Nachteile haben, dass es schnell reisst oder in der Sonne die Farbe verliert. Um verhedderten Stockgarn vorzubeugen, kerbt ihr ein Stück Pappe zu beiden Längsseiten etwas ein und wickelt die Fäden gleichmäßig auf.

NADELKISSEN

Mit einem Nadelkissen sind die Stecknadeln immer griffbereit, und es besteht nicht die Gefahr, sich durch versehentliches Greifen auf die Spitze der Nadel zu verletzen. Besonders praktisch erweist es sich beim Arbeiten mit einer Schneiderpuppe. Es gibt sie in allen möglichen Formen, Größen und Materialien. Ob als kleiner Ring für den Finger, in Form eines Fliegenpilzes oder als Apfel. Ersatzweise können Lockenwickler aus Schaumstoff die Aufgabe des Nadelkissens übernehmen.

Nadelkissen

Als kleiner Tipp : Die Stecknadeln mit den großen bunten Knöpfen findet man auf Teppich am schnellsten wieder. Falls doch mal Nadeln in Bodenritzen verschwinden sollten, ist ein Magnet die ultimative Waffe im Kampf gegen blutige Füße.

LINEAL UND MASSBAND

Ein Lineal oder Geodreieck ist in wohl jedem Haushalt vorhanden. Zum Maßnehmen und Ausmessen von größeren Längen ist die Anschaffung eines Maßbandes notwendig. Es sollte weich und biegsam sein, jedoch nicht dehnbar.

Schneiderpuppe und Maßband

Sinnvoll ist es, das Maßband beim Arbeiten um den Hals zu tragen, dann habt ihr es stets zur Hand. Praktisch ist eine farbige Kennzeichnung der Dezimeter.

FINGERHUT

Bisher benutze ich keinen. Inzwischen habe ich mich auch ganz gut an die kleinen Löcher in meinen Fingerkuppen gewöhnt.

DAMPFBÜGELEISEN

Ein hochwertiges Dampfbügeleisen spart die halbe Bügelzeit. Ich empfehle euch ein Modell mit hoher Dampfkapazität und Qualitätssohle.

SCHNEIDERKREIDE, KOPIERPAPIER, KOPIERRÄDCHEN

Zum Kopieren benötigt ihr ein Kopierrädchen, Schneiderkreide oder ein Stück Seife und Kopierpapier. Ich hab gute Erfahrungen gemacht mit dem Kopierpapier von burda, verfügbar in Rot, Blau, Weiß und Gelb.

Zunächst legt ihr euren Arbeitsbereich mit Zeitung oder einer anderen weicheren Unterlage aus. Lieber eine Lage Zeitungspapier mehr – umso weniger Druck müsst später auf das Rädchen ausgeübt werden und zudem wird so eurer Tisch vor Rädelspuren geschützt. Darauf wird das Kopierpapier gelegt, mit der beschichteten Seite nach oben. Schließlich der Stoff mit dem Schnittmuster. Mit dem Kopierrädchen rädelt ihr nun die Seitenkanten bzw. sämtliche Linien (bis auf den Fadenlauf) des Schnittmusters nach.

Beim Gebrauch der Schneiderkreide solltet ihr darauf achten, sie nur auf der linken Seite des Stoffes zu benutzen, da sie sich aus manchen Stoffen nicht mehr entfernen lässt. Markieren kann man ebenfalls mit einem Piktogrammstift, das ist ein wasserlöslicher Stift, bei dem die Farbe durch die Feuchtigkeit in der Luft oder durch Ansprühen mit Wasser verschwindet.

Knöpfe und Kopierrädchen

Lose Knöpfe können mit Stecknadeln nach Größe, Farbe oder Art auf einem kleinen Styroporrechteck zu „Familien“ zusammengesteckt werden. Druckknöpfe sind schneller zur Hand, wenn Vorder- und Rückteil auf ein dünnes Geschenkband geklemmt werden. Kleine Plastikschachteln oder die gelben Döschen von Überraschungseiern können prima zur Aufbewahrung von Kleinteilen aller Art dienen.

Hört sich sehr nach Mutti an, aber Ordnung halten beim Nähen ist notwendig. Feste Plätze für die Werkzeuge und Materialien haben sich für mich absolut ausgezahlt. Im Laufe des Arbeitens entsteht nur allzu schnell ein kleines „Chaos“, bei dem sich z.B. der grad dringend gesuchte Nahttrenner gerne mal unter Stoffresten und lösen Fäden versteckt. Praktisch sind Nähkästchen oder kleine Nähtische mit entsprechenden Schubladen, in denen die Nähutensilien reichlich Platz haben und übersichtlich zu verstauen sind. In die obersten Fächer gehören Dinge, die am häufigsten benutzt werden, wie Nähgarn, Nadeln, Maßband, Nahttrenner und Scheren. Bänder und Gummilitzen bleiben schön geordnet und glatt, wenn ihr sie straff um eine Wäscheklammer wickelt. Am besten Mal bei Oma wegen des Nähkästchen anfragen. Für Schnäppchen bieten sich Flohmärkte oder eBay an.

Noch einmal kurz zusammengefaßt die wichtigsten Nähutensilien:

  • Schneiderschere
  • Papierschere
  • Nahttrenner
  • Nähmaschinennadeln
  • Nähnadeln
  • Nähgarn
  • Stecknadeln
  • Maßband
  • Lineal
  • Schneiderkreide
  • Kopierpaier
  • Kopierrädchen
  • Schnittmusterpapier
  • Dampfbügeleisen und Bügeltisch

Es gibt 1 Kommentar

Add yours

Es gibt 1 Kommentar